Shopify Versand ins Ausland: Zonen, Zoll und Etiketten 2026

Für den Versand ins Ausland nimmst du in Shopify zuerst das Land in einen aktiven Markt auf und legst dann unter Einstellungen > Versand und Zustellung eine Versandzone mit Tarifen dafür an. Für Länder außerhalb der EU, etwa die Schweiz oder Großbritannien, brauchen deine Produkte zusätzlich Zollangaben mit HS-Code und Herkunftsland. Versandetiketten direkt aus dem Admin kaufen können nur Shops mit Sitz in den USA, Kanada oder Australien; aus Deutschland nutzt du die App deines Versanddienstleisters.
EU oder Drittland
| Innerhalb der EU | Außerhalb der EU (z. B. Schweiz, Großbritannien, Norwegen) | |
|---|---|---|
| Zollangaben pro Artikel | keine | HS-Code, Herkunftsland, Beschreibung, Menge, Wert, Gewicht |
| Zollgebühren im Checkout | entfällt | möglich, mit Gebühr pro Bestellung |
Umsatzsteuer, Schwellenwerte und Registrierungspflichten für Verkäufe ins Ausland klärst du mit einer Fachperson.
Märkte und Versandzonen
Laut Shopifys Hilfe zum Einrichten von Versandtarifen (Stand 23. Oktober 2026) muss ein Land in einem aktiven Markt sein, bevor du dafür eine Versandzone anlegen kannst. Die Reihenfolge:
- Öffne Märkte, füge einen Markt mit den neuen Ländern hinzu, etwa „Europa“ oder „Schweiz“, und aktiviere ihn.
- Öffne Einstellungen > Versand und Zustellung und wähle unter Versandprofile das Profil.
- Füge unter Versandzonen eine Zone mit den Ländern hinzu.
- Lege für die Zone einen oder mehrere Tarife an.
Ein Land kann innerhalb einer Standortgruppe eines Profils nur in einer Zone liegen. Willst du Österreich aus der Zone „Europa“ in eine eigene Zone mit niedrigerem Tarif holen, nimmst du es zuerst aus der alten heraus. Shopify stellt Versandprofile nach und nach auf Versandoptionen pro Markt um; dein Shop behält seine Einrichtung, bis er umgestellt wird.
Versandkosten festlegen
Tarife gibt es pauschal oder vom Versanddienstleister berechnet:
- Pauschale Tarife: ein fester Preis, ein Preis nach Bestellwert oder nach Gewicht. Für Gewichtstarife brauchen alle Produkte ein Gewicht. Ein pauschaler Tarif gilt einmal pro Bestellung; für Versandkosten pro Artikel brauchst du eigene Tarife oder eine App.
- Vom Versanddienstleister oder einer App berechnete Tarife: Der Preis kommt live vom Dienstleister, nach Gewicht, Maßen und Ziel. Eigene Konten von Drittanbietern zu verbinden, ist laut Shopify im Advanced- und Plus-Tarif enthalten; im Grow-Tarif gegen eine zusätzliche Monatsgebühr oder mit jährlicher Zahlung.
Für den Anfang genügt ein pauschaler Tarif pro Zone, zum Beispiel EU 9,90 € und ab 80 € kostenlos, Schweiz 19,90 €. Prüfe die Zahlen gegen die Preisliste deines Versanddienstleisters, bevor du sie veröffentlichst.
Zollangaben für Sendungen außerhalb der EU
Laut der Hilfeseite Zolldokumentation für internationale Sendungen braucht jeder Artikel einer Sendung mit Zollanmeldung:
- einen HS-Code mit mindestens 6 Stellen,
- das Herkunftsland, also wo der Artikel hergestellt wurde,
- eine Warenbeschreibung, die Menge, den Wert und das Gewicht.
HS-Code und Herkunftsland trägst du auf der Produktseite ein, im Bulk-Editor oder per CSV. Für Produkte ohne eigenes Herkunftsland legst du ein Standard-Herkunftsland fest. Die Warenbeschreibung auf der Zollerklärung leitet Shopify in der Regel aus dem HS-Code ab; sie kann deshalb technischer klingen als dein Produkttitel. Fehlen Angaben oder sind sie falsch, kann die Sendung laut Shopify an der Grenze hängen bleiben oder zusätzliche Gebühren auslösen.
Zollgebühren schon im Checkout erheben
Ohne diese Einstellung können Kund:innen bei der Zustellung Zoll und Einfuhrsteuern zahlen müssen. Shopify kann eine Schätzung schon im Checkout erheben, damit die Lieferung ohne Nachzahlung ankommt. Voraussetzungen laut Hilfe: HS-Codes an den Produkten, kein Shopify Fulfillment Network und, wenn du Etiketten über Shopify kaufst, ein Versanddienstleister mit DDP-Etiketten. Du aktivierst es unter Einstellungen > Steuern und Zollgebühren.
Die Gebühr dafür beträgt 0,85 % pro Bestellung mit berechneten Zollgebühren, wenn Shopify Payments dein Hauptzahlungsanbieter ist, sonst 1,5 %. Seit dem 2. Februar 2025 gilt vorübergehend 0,5 % für alle; ein Enddatum nennt Shopify nicht. Für Bestellungen innerhalb deines Landes, zwischen EU-Mitgliedstaaten und für abgebrochene Checkouts fällt keine Gebühr an.
Etiketten aus Deutschland
Shopify Versandetiketten gibt es laut Shopify nur für Unternehmen in den USA, Kanada und Australien. Shops in Deutschland drucken Etiketten über die App oder das Geschäftskundenportal ihres Versanddienstleisters oder über einen Fulfillment-Dienstleister, der den Versand komplett übernimmt; wie du einen auswählst, steht in unserem Beitrag zu 3PL-Dienstleistern. Die Sendungsnummer trägst du in der Bestellung ein, damit Kund:innen sie in der Versandbestätigung finden; mehr dazu in Sendungsverfolgung und im Bereich Versand und Retouren.
Häufige Fragen
Brauche ich für den Versand in die Schweiz einen HS-Code? Für die Zollerklärung einer Sendung über eine Zollgrenze nennt Shopify pro Artikel einen HS-Code mit mindestens 6 Stellen, das Herkunftsland, eine Beschreibung, Menge, Wert und Gewicht; in Shopify trägst du HS-Code und Herkunftsland am Produkt ein. Die Schweiz liegt außerhalb der EU, also brauchst du die Angaben auch dort.
Kostet es extra, Zollgebühren im Checkout zu erheben? Shopify berechnet eine Gebühr pro Bestellung mit berechneten Zollgebühren: 0,85 % mit Shopify Payments, sonst 1,5 %, seit dem 2. Februar 2025 vorübergehend 0,5 %. Zwischen EU-Ländern fällt sie nicht an.
Kann ich in Deutschland Versandetiketten in Shopify kaufen? Shopify Versandetiketten stehen laut Shopify Unternehmen in den USA, Kanada und Australien zur Verfügung. Aus Deutschland erstellst du Etiketten über die App oder das Portal deines Versanddienstleisters.