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Multi-Warehouse in Shopify: Standorte, Bestand und Routing

Updated , first published · 4 min read

Multi-Warehouse-Fulfillment in Shopify funktioniert mit drei Bausteinen, die schon im Admin enthalten sind: Standorte, an denen du Bestand führst, Regeln für das Bestellrouting, die für jede Bestellung den passenden Standort wählen, und Inventartransfers, mit denen du Ware zwischen Lagern verschiebst. Wie viele Standorte du anlegen kannst, hängt vom Tarif ab: auf Basic, Grow und Advanced sind es 10, auf Shopify Plus 200. Standardmäßig versendet Shopify vom nächstgelegenen Standort im Zielmarkt, der alles vorrätig hat. Weitere Anleitungen findest du im Bereich Inventar und Katalog.

Wie viele Standorte dein Tarif erlaubt

Tarif Aktive Standorte
Starter 2
Basic 10
Grow 10
Advanced 10
Shopify Plus 200

Laut Standorte einrichten und verwalten (Stand: 23. Oktober 2026) zählen deaktivierte Standorte nicht mit. Apps, die Ware für dich lagern, etwa ein Fulfillment-Dienstleister oder eine Dropshipping-App, erscheinen auch als Standorte, werden aber in einer eigenen Liste geführt und zählen nicht zum Limit. Wie viele Standorte du nutzt, siehst du unter Einstellungen > Standorte.

Standort anlegen

  1. Gehe zu Einstellungen > Standorte.
  2. Klicke unter Alle Standorte auf Standort hinzufügen.
  3. Trag unter Standortdetails den Namen ein und klicke auf Fertig; trag dann die Adresse ein und klicke auf Speichern.
  4. Lass die Option eingeschaltet, dass das Inventar an diesem Standort Online-Bestellungen ausführen kann, oder schalte sie aus, wenn der Standort nur für den Laden da ist.
  5. Ist es ein Laden, den Kund:innen besuchen können, aktiviere Physische Storefront.

Ein neuer Standort landet am Ende deiner Routing-Liste. Bestehende Produkte werden dort nicht automatisch geführt, und neue Produkte starten dort mit Bestand 0.

Bestand je Lager führen

Führst du ein Produkt an mehreren Standorten, zählt Shopify den Bestand für jeden Standort getrennt. Du entscheidest, welcher Standort welche Produkte hat und wie viel, zum Beispiel nach Nähe zu den Kund:innen, Versandkosten oder Platz. Ein Produkt ist nur an Standorten verkäuflich, an denen es aktiv ist. Bestand an einem Standort ohne Online-Fulfillment, etwa in einem reinen Ladengeschäft, zählt zum Gesamtbestand, aber nicht zur Online-Menge, die Kund:innen im Shop sehen.

Ware für einen neuen Standort trägst du auf der Produktseite über die Standorte im Bereich Inventar ein, für viele Produkte mit dem Bulk-Editor (bis zu 50 Produkte auf einmal) oder mit einer Inventar-CSV. Wie du Bestände zählst und nachbestellst, steht in Bestandsmanagement in Shopify.

Bestellrouting: welches Lager versendet

Shopify prüft jede Bestellung mit Regeln von oben nach unten. Jede Regel arbeitet mit dem Ergebnis der vorherigen. Standard ist diese Reihenfolge:

  1. Aufgeteilte Fulfillments minimieren: Standorte mit allen Artikeln gehen vor, damit möglichst wenige Pakete entstehen.
  2. Im Zielmarkt bleiben: Standorte im selben Markt wie die Lieferadresse gehen vor.
  3. Vom nächstgelegenen Standort versenden: der Standort mit der kürzesten Luftlinie gewinnt. Luftlinie ist nicht Fahrstrecke, deshalb kann die Wahl manchmal überraschen.

Zwei Regeln kannst du ergänzen:

  • Standortrangfolge verwenden: Du legst Gruppen fest, zum Beispiel erst alle Lager, dann alle Läden.
  • Standort-Metafelder verwenden: Ein eigener Wert entscheidet, etwa ein Ja/Nein-Feld, ob ein Standort gerade Kapazität hat.

Ein Beispiel mit zwei Lagern in Hamburg und München und einer Bestellung nach Wien: Haben beide Lager alle Artikel, bleiben beide nach der ersten Regel übrig. Liegt Österreich in einem eigenen Markt ohne Standort, entscheidet die zweite Regel nichts, und die dritte wählt München wegen der kürzeren Luftlinie. Fehlt in München ein Artikel, gewinnt Hamburg schon bei der ersten Regel, weil von dort ein Paket reicht. Funktionieren die Standardregeln für dich, musst du laut Shopify nichts ändern.

Ware zwischen Lagern bewegen

Mit Inventartransfers verschiebst du Ware zwischen deinen Standorten oder von und zu Lieferanten. Laut Shopifys Seite Inventartransfers und Lieferungen kannst du einen Transfer als unterwegs, versandbereit oder übertragen markieren, die Ware ganz oder teilweise empfangen, Trackinginformationen hinzufügen und eine Lieferung auf mehrere Sendungen aufteilen. Sidekick kann Bestände analysieren und Transfers erstellen. Mit einem benutzerdefinierten Bericht siehst du Bestandsänderungen durch Transfers über alle Standorte.

Ein Produkt kannst du an einem Standort nicht entfernen, solange es dort offene Bestellungen oder aktive Transfers gibt.

Wann eine App oder ein WMS

Die Bordmittel reichen, solange du eine überschaubare Zahl von Lagern hast und die Routing-Regeln deine Logik abbilden. Eine App oder ein Lagerverwaltungssystem lohnt sich, wenn du zum Beispiel mehrere Fulfillment-Dienstleister mit eigenen Systemen zusammenführen willst. Wie die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister in Shopify aussieht, steht in 3PL für Shopify, und wie du die Abläufe rund um die Bestellung automatisierst, in Auftragsabwicklung automatisieren.

Häufige Fragen

Wie viele Lager kann ich in Shopify haben? Auf Starter sind es 2 aktive Standorte, auf Basic, Grow und Advanced jeweils 10 und auf Shopify Plus 200. Deaktivierte Standorte und Apps, die Ware für dich lagern, zählen nicht mit.

Zählt ein 3PL als Standort? Ein Fulfillment-Dienstleister mit App erscheint in Shopify als eigener Standort mit Bestand, zählt aber nicht zum Standortlimit deines Tarifs.

Versendet Shopify automatisch vom nächsten Lager? Mit den Standardregeln wählt Shopify einen Standort, der alles vorrätig hat und im Zielmarkt liegt, und unter diesen den mit der kürzesten Luftlinie zur Lieferadresse.