Auftragsabwicklung in Shopify automatisieren: Flow, Regeln

Die Auftragsabwicklung in Shopify kannst du auf vier Stufen automatisieren, ohne eine zusätzliche App zu kaufen. Es sind eine Einstellung, die bezahlte Bestellungen automatisch ausführt, Regeln für das Bestellrouting, die den versendenden Standort wählen, Shopify Flow zum Taggen, Benachrichtigen und Zurückhalten, und Batches, mit denen du viele Bestellungen auf einmal kommissionierst, verpackst und mit Etiketten versiehst. Die erste Stufe passt nicht zu jedem Shop: Wer selbst verpackt und versendet, schaltet sie laut Shopify nicht ein.
Vier Stufen der Automatisierung
Die Angaben stammen aus dem Shopify-Hilfe-Center zu Bestellabwicklung, Bestellrouting, Flow und Batches (Stand 23. Oktober 2026). Weitere Anleitungen für den Shopalltag stehen im Bereich Shop betreiben.
| Stufe | Was sie automatisiert | Lohnt sich, wenn |
|---|---|---|
| Automatisches Fulfillment | Bezahlte Bestellungen werden sofort als ausgeführt markiert | Du ausschließlich digitale Downloads oder Geschenkkarten verkaufst oder alles über einen Fulfillment-Dienstleister läuft |
| Bestellrouting | Welcher Standort eine Bestellung ausführt | Du zwei oder mehr Lager hast |
| Shopify Flow | Markieren, benachrichtigen, zurückhalten, archivieren nach deinen Regeln | Eine Aufgabe immer nach derselben Regel abläuft |
| Batches | Kommissionierliste, Etiketten und Lieferscheine für bis zu 250 Fulfillments | Du täglich viele Bestellungen selbst packst |
Automatisches Fulfillment und wann nicht
Die Einstellung findest du unter Einstellungen > Allgemein > Bestellabwicklung. Dort legst du fest, ob Bestellungen automatisch (Die Positionen der Bestellung automatisch ausführen), manuell oder nur teilweise ausgeführt werden, ob Kund:innen eine Versandbenachrichtigung bekommen (Kund:innen über ihren Versand benachrichtigen) und ob erledigte Bestellungen automatisch archiviert werden (Bestellung automatisch archivieren). Shopify beschreibt die Optionen auf der Seite Bestellabwicklung und Archivierung einrichten.
Shopify warnt vor drei Fällen:
- Du versendest selbst. Mit automatischem Fulfillment wird jede neue Bestellung sofort als ausgeführt markiert, bevor ein Paket gepackt ist. Ist die Versandbenachrichtigung aktiv, bekommen Kund:innen eine Nachricht über eine Sendung, die es noch nicht gibt.
- Abholung im Laden. Bestellungen zur Abholung werden nicht automatisch ausgeführt und laufen wie bisher.
- Manuelle Zahlungserfassung. Erfasst du Zahlungen von Hand, musst du sie laut Shopify erfassen, bevor eine Bestellung automatisch ausgeführt werden kann.
Außerdem gibt es eine Option, auch Bestellungen mit hohem Betrugsrisiko automatisch auszuführen. Bei physischen Waren lass sie aus; eine riskante Bestellung soll stehen bleiben, bis jemand draufschaut.
Bestellrouting: welches Lager versendet
Hast du mehrere Standorte mit Bestand, entscheidet das Bestellrouting, wer die Bestellung bekommt. Die Regeln laufen von oben nach unten, jede arbeitet mit dem Ergebnis der vorherigen. Standardmäßig sind das:
- Aufgeteilte Fulfillments minimieren: Standorte, die alle Artikel vorrätig haben, gehen vor, damit möglichst wenige Pakete entstehen.
- Im Zielmarkt bleiben: Standorte im selben Markt wie die Lieferadresse gehen vor.
- Vom nächstgelegenen Standort versenden: der Standort mit der kürzesten Luftlinie zur Lieferadresse gewinnt.
Mit Standortrangfolge verwenden kannst du festlegen, dass zum Beispiel das Zentrallager immer vor dem Ladengeschäft kommt. Funktionieren die Standardregeln für dich, musst du laut Shopify nichts ändern. Wie du mehrere Lager einrichtest und Ware zwischen ihnen verschiebst, steht in Multi-Warehouse-Fulfillment.
Shopify Flow für Bestellungen
Shopify Flow ist eine kostenlose App von Shopify für die Tarife Basic, Grow, Advanced und Plus. Ein Workflow besteht aus einem Auslöser, Bedingungen und Aktionen. In der Vorlagenbibliothek suchst du, indem du beschreibst, was du automatisieren willst. Shopify nennt unter anderem diese Vorlagen für Bestellungen und Fulfillment:
- eine E-Mail an das Lager, wenn eine Bestellung beschleunigt verschickt werden soll, etwa bei Expressversand;
- eine Benachrichtigung bei ungewöhnlich großen Bestellmengen, damit du einen Tippfehler oder eine Großbestellung vor dem Packen prüfst;
- Fulfillments nach Kriterien anfordern oder zurückhalten, zum Beispiel nach Lieferland oder Produkt;
- Bestellungen markieren, die mit einer Geschenkkarte bezahlt wurden;
- automatisch ausgeführte Bestellungen archivieren.
Für riskante Bestellungen arbeitest du mit dem Auslöser Bestellrisiko analysiert. Erfasst du Zahlungen manuell, kann Flow mit Zahlung erfassen nur dann einziehen, wenn das Risiko niedrig oder mittel ist. Erfasst du Zahlungen automatisch, führst aber manuell aus, kann Flow die Bestellung mit Bestellung stornieren stornieren; die Zahlung ist in diesem Fall schon erfasst.
Für den Bestand gibt es den Auslöser Inventarmenge geändert. Damit eine Warnung bei niedrigem Bestand nur einmal kommt, prüft die Bedingung beides: Inventarmenge der Produktvariante und Vorherige Inventarmenge der Produktvariante.
Batches: kommissionieren, verpacken, Etiketten
Batches fassen bis zu 250 Fulfillments zusammen, etwa nach Produkttyp oder Zielland. Voraussetzung ist ein aktiver, von dir verwalteter Standort in einem Land, in dem du Versandetiketten im Admin kaufen kannst. Deutschland gehört dazu, ebenso Frankreich, Italien, die Niederlande, Polen und Spanien, nicht aber etwa Österreich, Schweden oder Dänemark. Ein Standort, den ein Fulfillment-Dienstleister für dich verwaltet, zählt nicht.
So legst du einen Batch an:
- Gehe zu Bestellungen und wähle die Bestellungen aus.
- Klicke auf Batch erstellen. Alternativ schaltest du Nach Batch gruppieren ein und klickst auf Aktuelle Bestellungen als Batch zusammenfassen; dann landen bis zu 250 offene Bestellungen der letzten 14 Tage im Batch.
Der Standard-Workflow hat drei Schritte. In Kommissionieren erstellt Dokumente erstellen die Kommissionierliste. In Drucken kaufst du mit Versandetiketten kaufen die Etiketten und erstellst Lieferscheine, Versandetiketten und bei Bedarf Zollformulare. In Verpacken prüfst du mit Zur Verifizierung scannen, ob die richtigen Artikel im Paket liegen. Mit Workflow bearbeiten passt du die Schritte an deinen Ablauf an.
Gibst du Lager und Versand ganz ab, übernimmt ein Dienstleister diese Arbeit. Wie das in Shopify aussieht, beschreiben wir in 3PL für Shopify.
Häufige Fragen
Kostet Shopify Flow etwas? Shopify Flow ist eine kostenlose App von Shopify, die du im Shopify App Store installierst. Sie steht in den Tarifen Basic, Grow, Advanced und Plus zur Verfügung, wobei einzelne Funktionen nur in bestimmten Tarifen enthalten sind.
Kann Shopify Bestellungen automatisch archivieren? In den Einstellungen zur Bestellabwicklung kannst du festlegen, dass Bestellungen nach dem Fulfillment automatisch archiviert werden. Nutzt du automatisches Fulfillment, gibt es dafür außerdem eine Flow-Vorlage.
Was brauche ich für Batches? Laut Shopify brauchst du einen aktiven, selbst verwalteten Standort in einem Land, in dem du Versandetiketten im Admin kaufen kannst. Für einen Shop mit eigenem Lager in Deutschland ist das erfüllt, für ein Lager in Österreich nicht.