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Preisstrategien für Shopify: 6 Modelle und ihre Umsetzung

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Für Preisstrategien in einem Shopify-Shop gibt es sechs Modelle, für die Shopify ein Feld, eine App oder einen Bericht hat: Kosten-plus als Untergrenze, wertbasierte Preise, Preise am Wettbewerb, Ankerpreise mit Streichpreis, Bündel und Mengenaktionen sowie eigene Preise pro Markt. Du kannst zwei oder drei davon kombinieren. Streichpreise sind in der EU an die 30-Tage-Regel gebunden.

Wie du bestehende Preise mit Kosten- und Margendaten verbesserst, steht separat in Preisoptimierung bei Shopify.

Die 6 Modelle im Überblick

Modell Passt, wenn Umsetzung in Shopify
Kosten-plus Kosten stabil und gut planbar sind Kosten pro Artikel je Variante, Aufschlag darauf
Wertbasiert Dein Produkt etwas hat, das andere nicht haben Produkttext, Bilder, Bewertungen, die den Wert zeigen
Wettbewerb Preise im Markt sichtbar und vergleichbar sind Apps zur Preisbeobachtung aus dem App Store
Ankerpreis Du zeitlich begrenzte Aktionen fährst Vergleichspreis mit dem niedrigsten Preis der letzten 30 Tage
Bündel und Mengen Produkte zusammen gekauft werden Shopify Bundles, Rabatt Kaufe X, erhalte Y
Preis pro Markt Du nach Österreich, in die Schweiz oder weiter verkaufst Märkte: prozentuale Anpassung, Preise pro Land, Preisrundung

Shopify rät bei jedem Modell, ähnliche Produkte ähnlich zu bepreisen, damit Kund:innen die Logik verstehen.

Kosten-plus: die Untergrenze

Beim Kosten-plus-Modell rechnest du alle Kosten eines Produkts zusammen und schlägst einen Prozentsatz auf. Shopifys eigenes Beispiel ist ein T-Shirt mit 45 CAD Herstellkosten und 35 % Aufschlag, das für 60,75 CAD verkauft wird.

Rechenbeispiel: Eine Tasse kostet dich 6,00 € im Einkauf. Mit 100 % Aufschlag liegt der Nettopreis (ohne MwSt.) bei 12,00 €. Die Bruttomarge, mit der Shopify in den Berichten auf den Nettoumsatz rechnet, ist dann 50 %. Hältst du die 100 % Aufschlag für 100 % Marge, erwartest du von einem Verkauf für 12,00 € netto 12,00 € Gewinn statt 6,00 €.

Die Kosten liefern die Untergrenze; wie weit du darüber gehst, entscheiden Wert und Wettbewerb. Damit Shopify die Marge zeigen kann, trägst du die Kosten pro Artikel bei jeder Variante ein; wie du sie danach in den Gewinnberichten liest, steht in unserem Artikel zur Preisoptimierung.

Wertbasiert und Wettbewerb

Beim wertbasierten Preis richtet sich der Preis nach dem Wert, den Kund:innen im Produkt sehen. Shopify nennt Software und Luxusgüter als typische Branchen. Für einen kleinen Shop heißt das: Ein Preis über dem Durchschnitt braucht einen sichtbaren Grund, etwa besseres Material, längere Haltbarkeit oder Herstellung in kleiner Serie. Dieser Grund gehört in die ersten Zeilen der Produktbeschreibung und in die Bilder. Shopify-Fakten in diesem Artikel stammen aus dem Hilfe-Center (Preisgestaltung, Bündel, Rabatte, internationale Preise), gelesen am 23. Oktober 2026.

Beim Wettbewerbspreis orientierst du dich an vergleichbaren Produkten und liegst bewusst darunter, gleichauf oder darüber. Shopify nennt Preisangleichung und Lockangebote als Varianten und verweist für die laufende Beobachtung auf Apps. Bevor du eine solche App abonnierst, mach den Vergleich einmal von Hand: zehn Bestseller, drei Wettbewerber, Preise notieren. Liegen alle dicht beieinander, reicht ein Vergleich pro Quartal; Shopify selbst empfiehlt, Kosten vierteljährlich zu prüfen.

Ankerpreise und Rabatte nach EU-Regel

Ein durchgestrichener Preis neben dem neuen Preis ist ein Anker. Kündigst du gegenüber Verbraucher:innen im EWR eine Preissenkung an, muss der angegebene frühere Preis laut Shopifys Seite zur Preisangabenrichtlinie der niedrigste Preis der letzten 30 Tage oder länger sein, einschließlich früherer Aktionspreise. Nationales Recht kann einen längeren Zeitraum verlangen.

In Shopify trägst du diesen Wert als Vergleichspreis ein; er muss höher sein als der Preis. Ein Vergleich mit der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers oder dem Preis eines Wettbewerbers fällt laut Shopify nicht unter die 30-Tage-Regel, darf aber nicht so dargestellt werden, dass er wie eine Preissenkung wirkt. Externe Vergleiche fallen laut Shopify unter die Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken (2005/29/EG), und für die UVP nennt Shopify Metafelder als Weg, sie anzuzeigen. Shopify betont, dass die Seite allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung enthält.

Bündel und „Kaufe X, erhalte Y“

Ein Bündel besteht aus zwei oder mehr zusammengehörigen Produkten, meist mit Rabatt. Shopifys kostenlose App Shopify Bundles erstellt feste Bündel und Multipacks im Adminbereich. Verkaufen kannst du Bündel im Onlineshop, in Shop und über Shopify POS; im Kanal Google & YouTube nur feste Bündel.

Ohne die Listenpreise zu senken, funktioniert eine Mengenaktion mit dem Rabatt Kaufe X, erhalte Y: unter Rabatte > Rabatt erstellen die Art wählen, unter Kund:in kauft eine Mindestanzahl der Artikel oder einen Mindestkaufbetrag festlegen und unter Kund:in erhält das Produkt und den Rabatt. Ein Angebot wie „Kauf drei, zahl zwei“ ist laut Shopify ein Beispiel für ein gekoppeltes Angebot, bei dem die 30-Tage-Regel möglicherweise nicht greift.

Preise pro Markt

Verkaufst du nach Österreich, in die Schweiz oder in andere Länder, kannst du unter Märkte pro Markt eigene Preise steuern: mit einer prozentualen Preisanpassung, mit festen Produktpreisen pro Land oder Region und mit Preisrundung, damit nach der Währungsumrechnung keine krummen Beträge entstehen. Alle Funktionen der lokalen Preise gibt es laut Shopify nur mit Shopify Payments und dem einseitigen Checkout, und für lokale Währungen braucht dein Shop eine Länderauswahl.

Ein Beispiel: Ein Produkt kostet in Deutschland 29,90 €. Für die Schweiz rechnet Shopify den Preis zum Tageskurs um; mit Preisrundung endet er auf der üblichen Endung für Franken. Willst du in der Schweiz bewusst teurer oder günstiger sein, legst du dafür eine prozentuale Anpassung fest. Stellst du dabei eine ganze Kollektion um, ändert unsere App Bulk Product Edit Preis und Vergleichspreis für eine gefilterte Auswahl, etwa +5 %, zeigt vorher eine Vorschau und setzt einen geplanten Sale in den kostenpflichtigen Tarifen selbst zurück; die Oberfläche ist englisch. Weitere Artikel zu Preisen sammeln wir unter Preise und Verkauf.

Preiseditor in Bulk Product Edit: Preise minus 20 %, gerundet auf ,99, Vergleichspreis gleich dem alten Preis

Häufige Fragen

Welche Preisstrategie passt für einen neuen Shop? Fang mit Kosten-plus an, damit du die Untergrenze kennst, und prüf dann den Preis am Wettbewerb und am Wert, den du zeigen kannst. Für einen Preistest brauchst du Verkaufsdaten; die Kosten pro Artikel kannst du sofort eintragen.

Darf ich Streichpreise nutzen? Streichpreise sind erlaubt, wenn der durchgestrichene Preis bei einer angekündigten Preissenkung der niedrigste Preis der letzten 30 Tage ist, wie es die EU-Preisangabenrichtlinie laut Shopify verlangt. Im Zweifel lässt du die Darstellung rechtlich prüfen.

Kann ich in Österreich andere Preise zeigen als in Deutschland? Mit einem eigenen Markt für Österreich kannst du unter Märkte eine prozentuale Anpassung oder feste Preise pro Land festlegen. Alle Funktionen der lokalen Preise setzen Shopify Payments und den einseitigen Checkout voraus.