Verknappung im Shopify-Shop: Countdown, Flash-Sale und Recht

Verknappung gehört nur dann in deinen Shopify-Shop, wenn sie echt ist: ein Rabatt, der tatsächlich am Sonntag um 23:59 Uhr endet, eine Kleinserie, von der es nur 50 Stück gibt. Künstliche Verknappung ist in Deutschland riskant. Nach Nr. 7 im Anhang des UWG ist die unwahre Angabe, ein Angebot gelte nur für sehr kurze Zeit, um Verbraucher:innen zu einer sofortigen Entscheidung zu drängen, gegenüber Verbraucher:innen stets unzulässig. In Shopify setzt du echte Fristen mit dem Enddatum eines Rabatts und mit dem Countdown-Block in Marketing-E-Mails um.
Was erlaubt ist und was nicht
| Echte Verknappung | Künstliche Verknappung |
|---|---|
| Rabattcode mit festem Enddatum, das auch gilt | Countdown, der für jede Person neu startet |
| limitierte Auflage mit ehrlicher Stückzahl | „Nur noch 2 auf Lager“, obwohl genug da ist |
| saisonales Produkt, das danach wirklich weg ist | „Letzte Chance“, und nächste Woche läuft dieselbe Aktion |
Der Countdown, der neu startet, und die falsche „Letzte Chance“ fallen unter Nr. 7 im Anhang zum UWG, der unwahre Angaben über eine zeitliche Begrenzung stets verbietet. Eine falsche Lagerangabe ist eine irreführende Angabe über die Verfügbarkeit nach § 5 Abs. 2 Nr. 1 UWG. Gefälschte Bewertungen nennt der Anhang in Nr. 23b ebenfalls als unzulässig; mehr dazu in unserem Beitrag zu Social Proof. Für die Bewertung deiner konkreten Aktion ist deine Rechtsberatung zuständig.
Werkzeuge in Shopify
Rabatt mit Enddatum. Beim Anlegen eines Rabatts setzt du unter Enddatum festlegen den Zeitpunkt, an dem er endet. Danach greift der Code nicht mehr, und die Frist in deiner Werbung stimmt. Reaktivierst du einen abgelaufenen Rabatt, hat er laut Shopify kein Enddatum mehr; setz es dann neu, bevor du wieder mit einer Frist wirbst.
Countdown in E-Mails. Im E-Mail-Editor von Shopify Messaging gibt es einen Abschnitt Countdown. Nach Eingabe von Enddatum und Uhrzeit erzeugt Shopify ein animiertes GIF, das bis zu diesem Zeitpunkt herunterzählt. Weil der Countdown auf ein festes Datum zählt, setzt du ihn in einer einmaligen Kampagne an deine Abonnent:innen ein; in einer Automatisierung erreicht er manche Empfänger:innen erst nach Ablauf; mehr dazu in unserem Beitrag zur E-Mail-Automatisierung.
Countdown auf der Produktseite. Für einen Countdown im Shop selbst nutzt du eine App oder ein Theme mit dieser Funktion. Prüfe vor dem Einsatz, ob der Timer für alle Besucher:innen auf denselben echten Zeitpunkt zählt.
Preise bei Aktionen
Wer mit einer Preissenkung wirbt, muss Kund:innen im Europäischen Wirtschaftsraum laut Shopifys Seite zur Europäischen Preisangabenrichtlinie den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage nennen; in Deutschland regelt das § 11 PAngV. Das gilt für Prozent- und Betragsrabatte, „jetzt 50 €, vorher 100 €“, Flash-Sales, Black-Friday-Angebote und „20 % auf alles“. Die Richtlinie verbietet außerdem, einen Referenzpreis vorher künstlich zu erhöhen. Den durchgestrichenen Preis pflegst du in Shopify im Feld Vergleichspreis; prüfe, dass er dem niedrigsten Preis der letzten 30 Tage entspricht.
Einen Flash-Sale vorbereiten
Laut Shopifys Hilfe zu Flash-Verkäufen brauchst du besondere Vorbereitung nur, wenn du Zehntausende Kund:innen erwartest, die innerhalb weniger Minuten einen Checkout beginnen. Dann empfiehlt Shopify unter anderem:
- Leg eine eigene Kollektion für die Aktionsprodukte an, damit Kund:innen sie schnell finden.
- Lege für eine Vorschau eigene Vorschauprodukte an; veröffentlichte Produkte mit Bestand können Kund:innen sofort kaufen.
- Setz Start und Ende des Rabatts im Voraus und kommuniziere genau diese Zeiten.
- Behalte den privaten Modus als Notbremse im Kopf: Bei einem technischen Problem verhindert er, dass neue Besucher:innen einen Checkout beginnen.
Für kleinere Aktionen reicht es, Start und Ende des Rabatts festzulegen und genau diese Zeiten zu nennen. Verlängerst du eine Aktion, stimmt die angekündigte Frist nicht mehr; plane die Dauer deshalb von Anfang an realistisch. Wie du Rabatte, Kollektionen und den Checkout für solche Tage vorbereitest, zeigen die Anleitungen unter Shop betreiben.
Häufige Fragen
Ist ein Countdown-Timer im Onlineshop erlaubt? Nach Nr. 7 im Anhang des UWG ist die unwahre Angabe unzulässig, ein Angebot gelte nur sehr kurz, etwa durch einen Timer, der für jede Person neu startet. Ein Countdown auf eine echte Frist macht keine unwahre Angabe; lass konkrete Aktionen trotzdem rechtlich prüfen.
Muss ich bei einem Sale den alten Preis angeben? Laut Shopifys Seite zur Preisangabenrichtlinie musst du bei einer beworbenen Preissenkung gegenüber Kund:innen im Europäischen Wirtschaftsraum den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage anzeigen.
Wie setze ich einen Rabatt mit Ablaufdatum in Shopify? Beim Erstellen oder Bearbeiten des Rabatts legst du unter Enddatum festlegen fest, wann er endet. Danach lässt sich der Code nicht mehr einlösen.