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Shopify Retouren und Rückerstattung: Regeln und Widerruf

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Retouren in Shopify laufen über drei Bausteine: Rückgabe- und Stornierungsregeln, die festlegen, was Kund:innen zurückgeben dürfen, die Rückgabe in der einzelnen Bestellung und die Rückerstattung. Für einen Shop, der an Verbraucher:innen in der EU verkauft, gilt seit dem 19. Juni 2026 die EU-Richtlinie 2023/2673: Kund:innen müssen ihren Widerruf elektronisch erklären können. Laut Shopify läuft die Widerrufsfrist ab der Zustellung des letzten Artikels der Bestellung, und dafür stellst du das Rückgabefenster in Shopify entsprechend ein. Rücksendeetiketten erstellt Shopify im Adminbereich nur für Standorte in den USA und Kanada.

Wir entwickeln Shopify-Apps und haben die Seiten des Shopify-Hilfe-Centers zu Rückgaberegeln, Rückgaben und Erstattungen am 23. Oktober 2026 gelesen. Die Menünamen unten sind die deutschen Namen aus dem Hilfe-Center. Rechtsberatung ist dieser Artikel nicht; Shopify selbst empfiehlt, die Einrichtung rechtlich prüfen zu lassen.

Rückgabe- und Stornierungsregeln einrichten

Rückgaberegeln gelten für ausgeführte Artikel, Stornierungsregeln für noch nicht ausgeführte. Sie greifen auch dann, wenn du eine Rückgabe von Hand im Adminbereich anlegst. Änderungen gelten nur für künftige Bestellungen.

  1. Gehe im Shopify-Adminbereich zu Einstellungen > Richtlinien.
  2. Klicke im Abschnitt Rückgabe- und Stornierungsregeln auf die Regel, die du bearbeiten willst.
  3. Wähle unter Rückgabefenster die Frist: 14, 30 oder 90 Tage, unbegrenzt oder eine eigene Zahl von Tagen. Lege außerdem fest, ab wann die Frist läuft. Für die EU wählst du Zustellung des letzten Artikels der Bestellung, dann teilt sich die ganze Bestellung ein Rückgabefenster.
  4. Lege unter Rücksendekosten fest, ob die Rücksendung kostenlos ist, ob du einmal pro Rückgabe eine Pauschale berechnest oder ob Kund:innen das Etikett selbst kaufen.
  5. Optional: Aktiviere Wiedereinlagerungsgebühr berechnen und gib einen Prozentsatz ein.
  6. Optional: Wähle unter Final-Sale-Artikel Spezifische Kollektionen oder Spezifische Produkte und füge mit Endverkaufskollektion hinzufügen bzw. Endverkaufsprodukt hinzufügen die Artikel hinzu, die nicht zurückgegeben werden können, zum Beispiel Lebensmittel, Maßanfertigungen oder Hygieneartikel. Produkte und Kollektionen lassen sich dabei nicht mischen, und Bundles lassen sich nicht als Final Sale markieren.
  7. Optional: Mit + Ausnahme für Rückgabefenster gibst du einzelnen Kollektionen oder Produkten eine andere Frist. Fällt ein Produkt unter mehrere Ausnahmen, gilt die kürzeste.
  8. Klicke auf Speichern.

Für die Erstattung wichtig: Rückgabegebühren werden nicht automatisch abgezogen, du ziehst sie beim Erstatten selbst ab. Und eine Wiedereinlagerungsgebühr erscheint nur bei Rückgaben ausgeführter Artikel, nicht, wenn du eine unausgeführte Bestellung erstattest.

Verkaufst du in mehrere Regionen, kannst du mit Regel hinzufügen eigene Regeln pro Markt anlegen und unter Zulässigkeit die Märkte wählen. Die Funktion ist laut Shopify im frühzeitigen Zugriff und steht nur ausgewählten Shops zur Verfügung.

Widerrufsrecht und Widerrufsfunktion seit 19. Juni 2026

Laut Shopify verlangt die EU-Richtlinie 2023/2673, dass Verbraucher:innen ihr 14-tägiges Widerrufsrecht auf elektronischem Weg ausüben können (oft „Widerrufsbutton“ genannt). Sie gilt laut Shopify seit dem 19. Juni 2026, die Frist wird ab der Zustellung des letzten Artikels der Bestellung gemessen, und vor der Zustellung soll ein Widerruf jederzeit möglich sein. Shopify beschreibt auf der Seite Rückgabe- und Stornierungsregeln einrichten diese Einstellungen:

Was Wo Einstellung
Widerruf über das Kundenkonto Einstellungen > Kundenkonten > Self-Service-Rückgaben und -Stornierungen Einschalten und Rückgabe- und Stornierungsanfragen wählen
Stornieren vor dem Versand Rückgabe- und Stornierungsregeln Stornierungsregeln einschalten, Frist Bis der Artikel ausgeführt wird
Rückgabe nach der Zustellung Rückgabefenster Mindestens 14 Tage, ab Zustellung des letzten Artikels der Bestellung, Verlängerung bei Wochenenden und Feiertagen aktivieren
Sichtbarer Einstieg Inhalt > Menüs > Menüpunkt hinzufügen Ein Menüpunkt, der auf die Bestellseite im Kundenkonto verlinkt

Self-Service-Rückgaben funktionieren nur mit den neuen Kundenkonten, nicht mit den alten Legacy-Kundenkonten. Den Menüpunkt kannst du frei benennen. Weil sich Menüs pro Markt-Storefront unterscheiden können, lässt er sich auch nur in EU-Märkten zeigen. Nach einem Widerruf musst du laut Shopify innerhalb von 14 Tagen erstatten, also solche Anfragen zügig bearbeiten.

Shopify sagt ausdrücklich, dass diese Werkzeuge einen Shop nicht automatisch rechtskonform machen; das hängt von der gesamten Einrichtung, den Produkten und den Märkten ab. Den genauen Wortlaut deiner Widerrufsbelehrung und die Ausnahmen vom Widerrufsrecht lässt du anwaltlich prüfen.

Rückgabe in der Bestellung erstellen

Anfragen aus dem Kundenkonto prüfst du in der Bestellung und genehmigst oder lehnst sie ab. Kommt eine Rückgabe per E-Mail oder Telefon, legst du sie nach der Seite Rückgaben und Umtausche erstellen selbst an:

  1. Gehe zu Bestellungen und öffne die Bestellung.
  2. Klicke auf der Bestellseite auf Rückgabe. Hat die Bestellung noch unausgeführte Artikel, klicke auf Weitere Aktionen > Rückgabe.
  3. Gib unter Rückgabemenge auswählen die Menge ein und wähle einen Rückgabegrund.
  4. Optional: Passe in der Zusammenfassung die Wiedereinlagerungsgebühr oder den Rückversand für diese Rückgabe an.
  5. Optional: Füge unter Umtauschartikel mit Produkte hinzufügen einen Umtausch hinzu.
  6. Wähle unter Rückversandoptionen, wie die Ware zurückkommt.
  7. Klicke auf Rückgabe erstellen.

Bei Schritt 6 gilt für Shops in der EU eine Einschränkung. Die Option Rücksendeetikett in Shopify erstellen gibt es laut Shopify nur, wenn du einen Standort im selben Land wie die Lieferadresse hast und dieses Land die USA oder Kanada ist. Ein Shop in Deutschland hat zwei Wege:

  • Rücksendeetikett hochladen: Du erstellst das Etikett bei deinem Versanddienstleister oder in einer Versand-App und lädst es als PDF, PNG oder JPEG hoch, oder du gibst eine URL an. Dazu kannst du Trackingnummer und Versanddienstleister eintragen.
  • Kein Versand erforderlich: Die Rückgabe wird ohne Versandinformationen angelegt, etwa wenn Kund:innen das Etikett selbst kaufen oder die Ware im Laden abgeben. Geht die Ware an einen Fulfillment-Dienstleister zurück, gilt derselbe Ablauf; mehr dazu in 3PL für Shopify.

Rückerstattung auslösen

Ist die Ware angekommen, verarbeitest du zuerst die Rückgabe und erstattest dann aus der Bestellung heraus mit Erstatten. Erstatte nicht vor dem Anlegen der Rückgabe: Nach einer Erstattung lässt sich laut Bestellungen erstatten keine Rückgabe mehr erstellen. Beim Erstatten entscheidest du:

  • Rückerstattungsmethode: Auf ursprüngliche Zahlungsmethode zurückerstatten oder Als Shop-Guthaben erstatten.
  • Artikel zum Lagerbestand zurückführen: standardmäßig aktiv, wenn du den Lagerbestand verfolgst; wähle es ab, wenn die Ware nicht wieder verkäuflich ist.
  • Versand erstatten: ob die ursprünglichen Versandkosten zurückgehen. Ob du sie bei einem Widerruf erstatten musst, lässt du rechtlich prüfen.
  • Benachrichtigung an Kund:in senden: standardmäßig aktiv.

Wie schnell das Geld ankommt, hängt vom Zahlungsanbieter ab. Nennt dein Anbieter eine Frist, schreib sie in deine Richtlinie.

Rückgaberichtlinie schreiben

Die schriftliche Rückgabe- und Rückerstattungsrichtlinie pflegst du unter Einstellungen > Richtlinien im Abschnitt Schriftliche Richtlinien. Verkaufst du an Verbraucher:innen im EWR, muss sie laut Shopifys Seite zum Verbraucherschutz auch über ihre Grundrechte informieren, darunter das Widerrufsrecht und die Vertragsmäßigkeit der Ware. Mit Automatisierte Richtlinie verwenden baut Shopify den Text aus deinen Rückgaberegeln und aktualisiert ihn, wenn du die Regeln änderst. Schaltest du die Automatik aus, musst du den Text bei jeder Regeländerung selbst anpassen. Wenn Vorlage einfügen angeboten wird, startest du mit einer Vorlage in der Standardsprache deines Shops; verantwortlich für den Inhalt bleibst du.

Bevor du von einer handgeschriebenen auf die automatisierte Richtlinie umstellst, klicke auf Frühere Richtlinien abrufen und sichere die alte Fassung im Dialog Richtlinienverlauf exportieren. Die Automatik ersetzt auch eigene Übersetzungen. Shopify speichert frühere Richtlinien zwei Jahre, aber die Aufbewahrung darüber hinaus liegt bei dir. Verwaltest du Rückgaben über eine App, prüfe, ob die automatisierte Richtlinie zu den Regeln der App passt.

Die Richtlinie erscheint automatisch in der Fußzeile des Checkouts. Verlinke sie zusätzlich im Menü deines Shops, damit Kund:innen sie vor dem Kauf finden. Wie Kund:innen eine Rücksendung verfolgen, beschreiben wir in Sendungsverfolgung in Shopify, und alle Themen rund um Versand stehen im Bereich Versand und Retouren.

Häufige Fragen

Wie viele Tage Rückgaberecht gelten in Deutschland? Laut Shopify haben Verbraucher:innen in der EU ein Widerrufsrecht von 14 Tagen ab Zustellung des letzten Artikels der Bestellung, und Shopify empfiehlt dafür ein Rückgabefenster von mindestens 14 Tagen mit dem Start ab Zustellung des letzten Artikels der Bestellung. Gesetzlich ist das Widerrufsrecht; ein darüber hinausgehendes Rückgaberecht legst du selbst fest. Ausnahmen und Sonderfälle lässt du rechtlich prüfen.

Kann ich in Shopify Rücksendeetiketten für DHL kaufen? Im Adminbereich erstellt Shopify Rücksendeetiketten nur für Standorte in den USA und Kanada. Für einen deutschen Shop erstellst du das Etikett bei DHL oder einem anderen Versanddienstleister oder in einer Versand-App und lädst es in der Rückgabe mit Rücksendeetikett hochladen hoch.

Darf ich eine Wiedereinlagerungsgebühr verlangen? Technisch kannst du in Shopify eine prozentuale Wiedereinlagerungsgebühr einrichten, die bei Rückgaben angezeigt wird. Ob du sie bei einem Widerruf nach EU-Recht berechnen darfst, ist eine Rechtsfrage, die du vor dem Aktivieren anwaltlich klären lässt.